Der Ölpreis hat in den vergangenen Tagen wieder deutlich an Dynamik gewonnen und bewegt sich aktuell in Richtung der Oberseite des Charts. Der wichtigste Treiber bleibt dabei die geopolitische Lage im Nahen Osten. Solange die Spannungen zwischen den USA und dem Iran anhalten, müssen Marktteilnehmer jederzeit mit neuen Eskalationen rechnen. Genau diese Unsicherheit sorgt immer wieder für deutliche Aufschläge beim Ölpreis.

Aus charttechnischer Sicht eröffnet sich dadurch aktuell eine interessante Handelschance. Gleichzeitig sollten wir aber nicht den Fehler machen, uns ausschließlich auf steigende Kurse festzulegen. Der Markt bietet momentan sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite klare Marken. Genau das macht dieses Setup besonders interessant.

Fundamentale Lage: Geopolitik treibt die Kurse

Auf der bullischen Seite sprechen derzeit vor allem die geopolitischen Risiken für weiter steigende Ölpreise. Dazu gehören insbesondere:

  • Das Risiko einer weiteren Eskalation zwischen den USA und dem Iran.

  • Mögliche Lieferunterbrechungen in der Region.

  • Die anhaltende Unsicherheit rund um die Straße von Hormus, einen der wichtigsten Transportwege für Rohöl weltweit.

Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Faktoren, die mittelfristig wieder Druck auf den Ölpreis ausüben könnten.

Außerhalb der Krisenregion wird aktuell so viel Öl gefördert wie selten zuvor. Gleichzeitig berichten verschiedene Marktbeobachter über eine nachlassende Nachfrage aus China. Hinzu kommt, dass die OPEC ihre Nachfrageprognosen zuletzt aufgrund der schwächeren Weltwirtschaft angepasst hat.

Unter dem Strich fehlt es dem Markt derzeit also nicht an physischem Öl. Die eigentliche Unsicherheit liegt vielmehr darin, ob das Öl im Falle weiterer geopolitischer Spannungen auch zuverlässig zu den Endverbrauchern transportiert werden kann.

Charttechnik: korrektiver Aufwärtstrend bleibt intakt

Im Stundenchart von WTI ist weiterhin ein sauberer übergeordneter Aufwärtstrend erkennbar. Das aktuelle Trendhoch liegt bei 84,42 USD, während das letzte korrektive Zwischentief im Bereich von 79,74 USD verläuft.

Sollte der Markt das Hoch bei 84,42 USD überwinden, ergibt sich aus dem Measured Move ein technisches Kursziel bei rund 89,31 USD.

Auch der Blick in den Tageschart spricht dafür, dass oberhalb dieses Bereichs weiteres Potenzial vorhanden ist. Dort lässt sich sogar ein mögliches Ziel im Bereich von 91,84 USD ableiten. Bezogen auf das langfristige Wochenchart wäre selbst dieses Niveau lediglich eine größere Korrektur innerhalb des übergeordneten Marktbildes.

Handelsidee Long

Das bevorzugte Szenario bleibt zunächst die Long-Seite.

Einstieg:

  • Long oberhalb von 83,00 USD

Absicherung:

  • Stop-Loss bei 81,50 USD

Kursziele:

  1. 84,42 USD (aktuelles Trendhoch)

  2. 89,31 USD (Measured Move)

Alternativszenario: Short

Sollte der Markt das Long-Setup jedoch nicht bestätigen und stattdessen direkt unter 81,50 USD fallen, entsteht gleichzeitig ein interessantes Short-Signal.

Einstieg:

  • Short unter 81,52 USD

Absicherung:

  • Stop-Loss oberhalb von 83,00 USD

Kursziele:

  1. 79,47 USD (Zwischentief der letzten Korrektur)

  2. 77,90 USD (markanter Unterstützungsbereich)

Fazit

Die geopolitische Lage bleibt aktuell der entscheidende Kurstreiber am Ölmarkt. Solange sich die Spannungen im Nahen Osten nicht nachhaltig entspannen, besitzt die Long-Seite weiterhin gute Chancen.

Dennoch sollte man sich nicht auf ein einziges Szenario versteifen. Der Markt liefert derzeit auf beiden Seiten klar definierte charttechnische Marken. Genau deshalb lohnt es sich, für beide Szenarien vorbereitet zu sein.

Folgen Sie uns auch auf unserem YouTube-Kanal Tickmill Deutsch - YouTube, um sich regelmäßig über neue Handelsideen zu informieren und nutzen Sie gleich die Gelegenheit, sich mit einem Klick auf www.tickmill.com über die top Konditionen und Handelsmöglichkeiten zu informieren.

Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Mike Seidl